Brandschutz Sanierung der Deutschen Richterakademie Trier

Visualisierung der Fluchttreppe des Unterkunftsgebäudes für die Nutzer. Ziel war es, dass sich die notwendige Treppe möglichst harmonisch in das Ensemble einfügt. Eine Kontrolle am 3D-Modell ist hier eine große Hilfe für Planer und Bauherr.

Ein Haupt Punkt des Brandschutz Konzeptes war die Schaffung eines zweiten Rettungsweges. Die Fluchttreppe nach der Fertigstellung. Sie konnte exakt so ausgeführt werden wie durch das Büro geplant. Grundlage hierfür ist eine gute Zusammenarbeit mit den Fachplanern vom ersten Entwurfskonzept an.

 

 

 

 

 

 

Bei der Deutschen Richterakademie handelt es sich um ein Gebäudeensemble aus den 60-ger Jahren, welches zur Weiterbildungen von richten aus ganz Deutschland sowie für speziellen Tagungen aus dem juristischen Themenbereich genutzt wird.

Baulich unterteilt sich die Anlage in ein Unterkunftsgebaude, welcher einem Tagungshotel mit gleichkommt, einem Verwaltungs- und einem Lehrtrakt. Die Gebäude gliedern sich in eine Vielzahl von Funktionsbereichen mit zusammenschaltbaren Hörsälen und Seminarräumen sowie einer Bibliothek, Büros und Besprechungsräumen, angegliederter Kantine und Großküche bis hin zu einem Schwimmbad und Saunabereich zur Freizeitgestaltung. Die einzelnen Gebäude sind durch Wandelgänge miteinander verbunden. 2011 waren durch eine vorangegangene Gefahrenverhütungsschau umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig geworden um die Gebäude in brandschutztechnischer  Hinsicht zu erneuern und den weiteren Betrieb sicherzustellen. Resultierend aus der Baugenehmigung galt es hier Fristen zu wahren, um die Betriebserlaubnis aufrecht zu erhalten

Das Ingenieurbüro IBB aus …… wurde durch den LBB Niederlassung Trier mit der Erstellung eines Brandschutzkonzeptes beauftragt, welches durch das Büro Architektur Plan A baulich umgesetzt wurde. Hierzu war es zusätzlich notwendig die Haustechnischen einbauten, wie der Brandmeldeanlage, welche durch den LBB direkt geplant und umgesetzt wurde zu koordinieren.

Aus baulicher Sicht waren vor allen Dingen die Schaffung zweiter Rettungswege und die Trennung notwendigen Flure und Treppenhäuser durch T30 und RS-Elemente durchzuführen. Die Richterakademie stellt sich in Ihrer Architektur und Innenraumgestaltung bis hin zur Möblierung als ein schlüssiges Abbild der Design und Architekturgedanken der 1960-ger Jahre dar. Dem Nutzer lag sehr viel daran die notwendigen Umbauten in diesem Geist in der Ausführungsplanung zu gestalten und dem Bestand so gut es geht anzupassen. Bei der Planung und Umsetzung wurden deshalb Materialien und Farbgebungen des Bestandes berücksichtigt. Die langen Flurbereiche, ebenso wie das Treppenhaus des Unterkunftsgebäudes wurden Brand- und Rauchschutzmassig durch große Glaselemente getrennt. Um den vorhandenen Vollglaselementen welche zu ersetzen waren, möglichst nahe zu kommen, wurden Lösungen gefunden, welche den Rahmenanteil der neuen Türen auf ein Minimum reduzieren. Funktionsbereiche in denen es galt brandlasten abzuschotten, wurden umfangreich durch Trockenbau ertüchtigt. Hier wurden ebenfalls Türen eingebaut, welche den Bestand ergänzen und sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Viele dieser Maßnahmen werden von Arbeiten begleitet, welche dem Betrachter des fertigen Gebäudes nicht sichtbar sind. So gab es eine Vielzahl von Durchdringungen mit Brandschutzschotten zu schließen oder Leitungsführungen in notwendigen Treppenhäusern in der Lange zu schotten.

Die Schaffung zweiter Rettungswege geschah durch teilweises Auswechseln vorhandener Verglasungen. Hier war in der Ausführungsplanung ebenfalls darauf zu achten sich der vorhandenen Gliederung der Fassade anzupassen, ebenso wie bei der Schaffung neuer Ausgangstüren durch das Herstellen von Durchbrüchen im Bestand. Bei der Ergänzung der Außenhülle wurden natürlich Standards der geltenden ENEV berücksichtigt. Eine besondere Herausforderung an Planung und Ausführung bestand in dem Einbau einer Tür in die mit Zebrano bekleidete Faltwand zwischen den beiden Hörsälen. Durch die Schmale segmentbreite der einzelnen Faltelemente und die Notwendigkeit die Faltwand in Zukunft noch benutzen zu können, war der Toleranzbereich für den Einbau extrem klein. Zusätzlich waren in diesem Bereich Schallschutzanforderungen zu erfüllen, welche ein hohes Maß an Genauigkeit an die Planung stellten.

Seminargebäude und Beherbergungsgebäude mussten über einen Zweiten Rettungsweg in Form von Fluchttreppen ergänzt werden. Das Seminargebäude steht auf der eingeschossigen Tiefgarage, wodurch in diesem Bereich der Fluchtweg durch eine eingeschossige Wendeltreppe geschehen konnte.

Aufwändiger gestaltete sich die Planung einer Fluchttreppe aus dem Hotel. Hier galt es 5 Geschosse zu überwinden und einen zusätzlichen Dachaufgang herzustellen. Neben der möglichen Entfluchtung des Gebäudes, war eine zusätzliche Forderung der Feuerwehr Trier über diese Treppe einen zweiten Angriffsweg von oben zu schaffen. Die Konstruktion wurde auch hier so entworfen, dass sie sich der bestehenden Architektur anpasst. Die Planung wurde von unserem Büro exakt in 3D vorgenommen und bereits im ersten Schritt so gelöst, dass keine Änderungen durch die Statik, bis auf die genaue Dimensionierung der Profile und einige zusätzliche Befestigungspunkte vorgenommen werden mussten. Neben den umfangreichen Arbeiten für die Substruktion und Außenraumplanungen für den Gabbionensockel auf dem die Treppe optisch ruht, waren Eingriffe in die Fassaden und Dachkonstruktion notwendig.

Als weitere Schwierigkeit erwies sich die Forderung der Feuerwehr dass die Außentreppe über die gesamte Hohe zu den benachbarten Balkonen in einer Breite von mindestens 2,5 Metern in F90 geschottet werden sollte um den Fluchtweg auch bei einen möglichen Brandüberschlag aus den Hotelzimmern heraus sicherzustellen.

Die Arbeiten waren größtenteils nur in den Tagungspausen durchzufuhren um den Betrieb nicht übermäßig zu stören. Aus diesem Grunde war eine genaue Koordinierung zwischen Bauherrn, Nutzer und den internen Büroabläufen notwendig.

Im gesamten Planung- und Bauablauf wurden Planwerk, Ausschreibungen und Ausführung der Arbeiten auf bestehendes Regelwerk und Prüfzeugnisse der ausgeschriebenen und einzubauenden Bauprodukte abgestimmt. Die Ausführung wurde dokumentiert und nach Abschluss der Arbeiten wurden alle Unterlagen und Prüfzeugnisse dem Bauherren, dem Nutzer und der Genehmigungsbehörde übergeben um ein Übereinstimmung mit den Anforderungen nachzuweisen

Daniel Stüber ist:

Mitglied

 

und Mitglied in der Energieoffensive RLP

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© Architektur PlanA, Architekt Daniel Stüber Dipl.-Ing.(FH) Architekur, Techniker(FS) Elektrotechnik,

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